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DAS REIFENLEXIKON: SICHERHEIT UND PFLEGE

Das Reifenlexikon
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Alterungsprozess

Die Alterung des Reifens ist ein natürlicher Prozess, während dessen sich die Elastizität und Haftfähigkeit des Gummis und der außerdem verwendeten Materialien geringfügig verändern. Diese Veränderungen läuft sehr langsam und vom Fahrer meist unbemerkt ab. Deshalb sollte z.B. ein Reservereifen, der mehr als 6 Jahre unbenutzt im Kofferraum lag, nicht zusammen mit völlig neuen Reifen gefahren werden! Reifen, die älter als 10 Jahre sind, nur noch zu benutzen, wenn sie vorher ständig unter normalen Bedingungen im Einsatz waren.

Für Anhänger oder Wohnwagen, also so genannte Standfahrzeuge, gelten andere Gesetze. Reifen, die unter Druck bzw. einer dauernden Belastung nicht laufend bewegt werden, altern besonders schnell. Diese Reifen sollten nach längerer Standzeit auf Funktionstauglichkeit überprüft werden und nach 6, spätestens nach 8 Jahren ersetzt werden. Für Anhänger, die eine 100 km/h-Zulassung besitzen, schreibt der Gesetzgeber sogar zwingend vor, dass die Reifen nicht älter als 6 Jahre sein dürfen.

Auswuchten

Beim Auswuchten werden statische oder dynamische Unwuchten am Rad-Reifen-System durch das Anbringen von Ausgleichsgewichten neutralisiert. Diese entstehen durch ungleiche Massenverteilung und können Vibrationen hervorrufen. Das Auswuchten des Reifens mit der Felge ist z.B. nach der Einlagerung unverzichtbar, um ungleichen Verschleiß am Reifen und Schäden an der Radaufhängung zu vermeiden und den Fahrkomfort zu gewährleisten. Bei jeder Reifenmontage, die Sie bei Pit-Stop durchführen lassen, gehört das Auswuchten zum Pflichtprogramm.

Einfahren von Neureifen

Neu- Reifen (besonders Winterreifen) sollten die ersten 200 – 300 km vorsichtig und mit mittlerer Geschwindigkeit eingefahren werden, um die Lauffläch anzurauen. Dafür gibt es einige Gründe:

  1. Reifen werden bei hohen Temperaturen vulkanisiert, mit hoher Genauigkeit (1/100 mm) und entsprechend glatten Oberflächen hergestellt.
  2. In den Formen sind nicht nur alle Details des Profilmusters mit unzähligen Lamellen enthalten, sondern auch die gesamte Beschriftung und eine Vielzahl von Entlüftungsbohrungen, welche den Reifen beim Entformen zurückhalten.
  3. Bei der Entnahme des Reifens aus der Heizform darf der Reifen nicht in der Form kleben bleiben. Dazu werden die Reifen auf der Außenseite mit einem silikonähnlichen Trennmittel eingesprüht, das wiederum beim Einfahrvorgang im Trockenen abgefahren werden soll. Gleichzeitig soll die Lauffläche angeraut werden, wobei scharfe Kurvenfahrt und extreme Bremsmanöver vermieden werden sollten. Nur nach einem solchen Einfahrvorgang bringt ein neuer Reifen seine ihm vorgesehene Leistung und sein ganzes Haftungsvermögen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass Winterreifen vor dem ersten Schneefall zu montieren sind, um so die Laufflächenoberfläche anzurauen.

Bei der Umrüstung auf neue Breitreifen ist diese Vorgehensweise ebenso wichtig wie ein verhaltenes Einfahren, da man sich zusätzlich auf das veränderte Fahrverhalten mit Breitreifen einstellen kann.

Reifen-Lagerung

Die richtige Reifen-Eilagerung ist ein wichtiger Aspekt für die Lebensdauer der Reifen. Gummi altert durch Wärme, Feuchtigkeit und bei Sonneneinstrahlung stärker und wird durch viele Lösungsmittel angegriffen. Wer sein Fahrzeug, je nach Saison, auf Winter- oder Sommerreifenreifen umrüstet, sollte auf die folgenden Punkte achten und sie nicht einfach in der Garage abstellen. (Wir empfehlen die fachgerechte Einlagerung bei Pit-Stop).

  1. Die Reifen vor dem Abmontieren kennzeichnen (HR, VL usw.). Dadurch ist es möglich die Reifen beim nächsten Wechsel wieder an gleicher Position zu montieren.
  2. Den Luftdruck um rund 0,5 bar erhöhen.
  3. Die Reifenoberfläche auf Schäden untersuchen und Fremdkörper aus dem Profil entfernen
  4. Die Reifen kühl, trocken und möglichst dunkel lagern – Berührung mit Benzin, Öl und Fett vermeiden
  5. Reifen ohne Felgen müssen senkrecht stehen, mit Felgen kann man sie an der Wand aufhängen oder liegend übereinander stapeln.

Reifen-Luftdruck

Der richtige Luftdruck entscheidet darüber, ob die Reifen ihr volles Leistungsspektrum wie Kilometerleistung, Kurvenhaftung, Dauerfestigkeit, Bremsverhalten usw. entfalten können. Bei zu niedrigem Luftdruck kann es zu einer starken Erwärmung des Reifens kommen, und damit zu der Gefahr eines Reifenschadens. Desweiteren beeinträchtigt zu niedriger Luftdruck die Fahrstabilität, erhöht den Verschleiß und verursacht höheren Kraftstoffverbrauch.

Zu hoher Luftdruck in den Reifen ist ebenso schädlich, da durch die direktere Weitergabe der Fahrbahnunebenheiten Stoßdämpfer und Komfort leiden. Nicht nur die Bodenhaftung verschlechtert sich, zudem nutzen sich die Reifen meist schneller und vor allem ungleichmäßiger ab. Deswegen empfiehlt Pit-Stop: Lassen Sie den Luftdruck in unserer Fachwerkstatt monatlich am kalten Reifen überprüfen , dabei das Reserverad nicht vergessen. Ventilklappen immer fest aufschrauben und bei Verlust sofort ersetzen! Die korrekte Luftdruckangabe für Ihr Fahrzeug finden Sie auf der Innenseite des Tankdeckels, der Innenseite der Fahrertür oder in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs. Bei größerer Zuladung oder schnellen Fahrten empfehlen wir, den Luftdruck um ca. 0,2 bar zu erhöhen (siehe auch die Betriebsanleitung).

Mischbereifung

Unter Mischbereifung versteht man die die Kombination von Reifen unterschiedlicher Größe, Fabrikate, Geschwindigkeitsklassen oder Neu- bzw. Gebrauchtreifen. Das Montieren von Mischbereifung verschlechtert das Fahr- und Bremsverhalten und stellt somit eine unberechenbare Gefahr für den Straßenverkehr dar. Deshalb sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, nur Reifen des gleichen Typs zu verwenden, zumindest pro Achse. Vermeiden Sie das Mischen von Winter- und Sommerreifen. Fragen Sie unser Pit-Stop Fachpersonal, welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen und für Ihren Bedarf am besten geeignet sind.

Profiltiefe

Von der Profiltiefe Ihres Reifens hängt es ab, wie gut ein Reifen auf nassen, feuchten oder verschneiten Straßenoberflächen haftet. Mit abnehmender Profiltiefe eines Reifens steigt die Gefahr von Aquaplaning durch einen Wasserfilm, der sich zwischen Straßen- und Reifenoberfläche bildet . Aus Sicherheitsgründen sollte man deshalb die Profiltiefe regelmäßig prüfen. In Deutschland vorgeschrieben Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Diese wird durch den Verschleißanzeiger (TWI) am Reifen erkennbar gemacht.

Schon bei einer Profiltiefe von 4 mm nimmt die Haftung des Reifens bei Nässe deutlich ab. Deshalb sollten die Reifen nicht bis auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe abgefahren werden. Je nach Breite der Sommerreifen sollte ein Austausch mit 2 bis 2,5 mm, bei Winterreifen spätestens mit 4 mm Restprofiltiefe erfolgen.

Reifenposition

Reifen laufen sich auf der jeweils montierten Position am Fahrzeug ein. Markieren Sie die Position beim saisonalen Wechsel (vorne/hinten, rechts/links) auf dem Reifen. Durch das Durchwechseln der Räder (Austausch vorne und hinten) erhält man einen gleichmäßigeren Verschleiß. Auf jeden Fall müssen Sie beim Tauschen auf Profile achten, die an eine Laufrichtung gebunden sind, d.h. Räder dürfen zwingend nur Links oder nur Rechts montiert werden. Die besseren Reifen sollten im Zweifelsfall immer auf der Hinterachse montiert werden.

Reserverad

Das Reserverad ist das Teil des Autos, dem am wenigsten Beachtung geschenkt wird. Die ganze Zeit fährt es, meist unter einer Abdeckung im Kofferraum verborgen, mit und gerät meist völlig in Vergessenheit. Da man eine Reifenpanne nicht vorhersehen kann, sollte das Reserverad keinesfalls vernachlässigt werden. Der Luftdruck des Reserverads sollte zumindest einmal im Jahr überprüft werden. Dabei ist es ratsam, den Luftdruck um 0,5 bar höher aufzupumpen als der normale Höchstdruck, der für die Reifen Ihres Fahrzeugs vorgeschrieben ist.

Reifen-Schäden

Durch offene Beschädigungen des Gummimaterials am Reifens kann Feuchtigkeit z.T. bis zu dem Reifenunterbau eindringen und dort zu Korrosion und Schwächung der Stahldrähte des Gürtels führen. Als möglicher Folgeschaden kann es häufig zu Ablösungen der Lauffläche kommen. Untersuchen Sie deshalb die Reifen regelmäßig auf eingedrungene Fremdkörper, Risse oder Beulen, beschädigte Reifen müssen umgehend ersetzt werden.

Bitte beachten Sie: durch heftiges Anprallen gegen Bordsteine kann es zu versteckten Reifenschäden kommen, die sich erst später bemerkbar machen. Deshalb sollten Bordsteinkanten nur langsam und möglichst im rechten Winkel überrollt werden. Beim Parken darauf achten, daß der Reifen vollständig auf dem Bordstein steht und nicht nur auf einem Teil der Aufstandsfläche.

Sägezahn

Durch zu geringen Luftdruck oder defekte Stoßdämpfer kann es zur sogenannten "Sägezahnausbildung" am Profilblock kommen. Beim Durchlaufen des Profilblocks durch die Aufstandsfläche wird der Stollen beim Einlauf belastet und in Umfangsrichtung zusammengedrückt. Nach der Berührung mit der Straße erfolgt eine Entlastung sowie eine Entspannung. Dabei kommt es am Stollenende zu hohen Schlupfbewegungen.

Höhenschlag

Sobald Rad und Reifen, als Einheit von der Seite betrachtet, beim Rollen keinen exakten Kreis beschreiben, spricht man vom so genannten "Höhenschlag". Bei schneller Fahrt hat dies zur Folge, dass Vibrationen auf die Karosserie des Fahrzeuges übertragen werden, dauerhaft kann dies zu Schäden am fahrwerk führen. Bei heutigen Produktionsmethoden ist nur selten eine Harmonisierung des Reifens notwendig. Hierbei muss der Reifen auf der Felge gedreht werden.

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