Das Reifenlexikon
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Airpumping
Airpumping lautet der Fachbegriff für den Prozess, der beim Abrollen des Reifens passiert. Das Fahrzeuggewicht
presst den Reifen mit großem Druck auf die Fahrbahn, so dass beim Abrollen die Luft mit hoher Geschwindigkeit
aus den Profilkanälen strömt. So können bei hoher Geschwindigkeit Pfeif- und Zischgeräusche entstehen, die
sich jedoch durch geschickte Variation der Profilanordnung reduzieren lassen.
Fabrikatsbindung
Bei Pkws und Motorrädern wurden in den Fahrzeugpapieren Reifenfabrikate und Reifentypen namentlich
aufgeführt. Damit durften bei der Ersatzbeschaffung ausschließlich die genannten Reifen verwendet werden.
Dieser Beschluss wurde im Februar 2000 für Pkws aufgehoben. Unabhängig vom Eintrag in den Papieren ist
jedes Reifenfabrikat zulässig. Ausnahme: reine ZR-Reifen. Für sie ist die Freigabe des Herstellers und ein
Eintrag in den Papieren notwendig.
Grip
Grip bedeutet Haftung und ist ein Begriff aus dem Rennsport. Er bezeichnet die Fähigkeit spezieller Reifen, auf
der Piste förmlich "festzukleben". Grip wird durch weiche Gummimischungen und Reifenarbeitstemperaturen von
100 - 120°C erreicht. Allerdings halten diese Reifen in der Regel nur einige hundert Kilometer.
Herstellung der Reifen
Schwerpunkte der Reifenherstellung sind:
- Die definierte Mischung von verschiedenen Kautschuksorten und chemischen Zusätzen
- Die Herstellung unterschiedlicher Cordgewebe für die Karkasse
- Die Herstellung von hochfestem Stahlcord für den Gürtel
- Die Wulstbefestigung
- Der Rohreifenbau als Endmontage
- Das Vulkanisieren in der Heizpresse
- Die umfassende Endkontrolle jedes einzelnen Reifens
Karkasse
Die Karkasse ist die Grundkonstruktion eines Reifens und somit der wesentliche Bestandteil des tragenden
Reifenunterbaus. Sie verleiht dem Reifen seine Festigkeit und sorgt für den Zusammenhalt. Die Karkasse wird
durch den Gürtel und Laufstreifen komplettiert. In der Regel besteht sie heute zumeist aus Kunstfasern, wie z.B.
"Rayon" oder "Nylon".
Laufrichtungsbindung
Hochgeschwindigkeits-, Breit- und Winterreifen sind wegen verbesserter Traktion oft laufrichtungsgebunden. Sie
sind so zu montieren, dass sie in Pfeilrichtung ablaufen.
Profil
Die aus Profil-Negativen ("Rillen") und Profil-Positiven ("Profilblöcken") bestehende Lauffläche dient der Drainage
von Wasser oder Schneematsch. Auf einem trockenen Untergrund böte ein profilloser "Slick" eine optimale Haftung.
Radialreifen
Die Radialreifen haben die früheren Diagonalreifen abgelöst. Ihr Prinzip beruht bis heute auf einer klaren Trennung
der Funktionen im Reifenunterbau. Die radial angeordneten Karkasslagen sind für besseres Einfedern und
stabilisierende Gürtellagen unter der Lauffläche verantwortlich. Durch diese Entwicklung konnte eine erhebliche
Steigerung der Reifenleistung erreicht werden. Des Weiteren ergaben sich deutliche Verbesserungen in Bezug
auf Nässe-Grip, Fahrpräzision, Kurvenhaftung und Komfort.
Retread
Retread bedeutet "runderneuert". Bei einem runderneuerten Reifen wird ein "R" bzw. "Retread" auf der
Seitenwand vermerkt. Diese Art der Wiederaufbereitung ist allerdings im Pkw-Bereich unüblich und findet
hauptsächlich bei Lkw-Reifen Verwendung.
Slick
Profilloser Rennreifen mit höchstem Grip auf trockener Fahrbahn, dessen Verwendung im Alltag verboten ist.
Spur
Die Spur ist die Differenz der Abstände der Felgenhörner einer Achse vorne und hinten bei Geradeausfahrt in
Höhe der Felgenmitte gemessen.
Stahlgürtel
Unter der Lauffläche, direkt über der Karkasse liegen mehrere Cord-ähnliche Lagen aus dünnen Stahldrähten.
Diese so genannten Gürtelfäden liegen im spitzen Winkel zur Lauffläche des Reifens. Der Gürtel sorgt für die
Stabilität des Reifens und optimiert eine Vielzahl von Eigenschaften, wie etwa die Verringerung des
Rollwiderstandes und somit die Temperatur im Reifen. Der gesamte Reifen wird fahrstabil und die Lenkpräzision
ist hervorragend. Der Gürtel wurde bereits aus verschiedenen Materialien hergestellt, in den Anfängen der
Reifenherstellung verwendete man z.B.Textilcord. In modernen Hochleistungsreifen werden heute sogar
Aramidfasern (Kohlestofffasern) verwendet. Die Verwendung des Stahlgürtels ist in der heutigen
Reifenherstellung die Regel.
Sturz
Unter Sturz versteht man die Neigung eines Rades bzw. seiner Mittellinie gegenüber der Senkrechten zur
Fahrbahn. Ist das Rad oben nach außen geneigt, dann ist der Sturz positiv (+); bei oberer Neigung des Rades
nach innen ist der Sturz negativ (-). Dadurch werden die Reifenaufstandsflächen einseitig (innen oder außen)
belastet, wodurch sich die Tragfähigkeit der Reifen reduziert.
Tests
Reifentests spielen bei vielen Verbrauchern eine wichtige Rolle, lassen sich doch Reifen äußerlich kaum auf ihre
Qualität hin überprüfen. Reifentests werden für Sommer- und Winterreifen von Automobilclubs und
Automagazinen durchgeführt. Dabei werden objektive Kriterien (z.B. Bremswege, Aufschwimmgeschwindigkeit,
Rollwiderstand) und subjektive Kriterien (z.B. Handling) der einzelnen Profile miteinander verglichen. Die Wertung
der Tests gilt für die jeweils getestete Reifengröße in Kombination mit dem jeweiligen Fahrzeug. Die
Testergebnisse gelten als Orientierung und decken nicht alle Anforderungen an einen Reifen ab. Individuelle
Präferenzen und Fahrgewohnheiten der Verbraucher können in einem solchen Test natürlich nicht berücksichtigt werden.
Ventile
Ventile sind sehr empfindlich gegen Schmutz, Staub und Feuchtigkeit. Deshalb sollte das Ventilkäppchen
immer fest aufgeschraubt sein. Man unterscheidet zwei Arten von Ventilen:
- Gummiventile, die das Felgenloch selbst abdichten.
- Schraubenventile, die zum Abdichten einen Dichtring verwenden
Wulst
Der Wulst hat die wichtige Aufgabe, den Reifen sicher und stabil auf der Felge zu halten. Er funktioniert wie ein
Ring und enthält einen oder mehrere Drahtkerne mit den darumgelegten Enden der Karkassenfäden.
Zoll
Zoll ist eine amerikanische Maßeinheit, 1 Zoll entspricht 25,4 Millimetern.
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