Das Reifenlexikon
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Lamellen
Feine Einschnitte im Profilblock, die wie kleine Mikrogreifkanten wirken. Bei Winterreifen erhöhen die Lamellen
die Traktion beim Anfahren und Bremsen.
Mischung
Siehe "Gummimischung" in der Rubrik Technologie.
M+S
Siehe "M+S Kennung" in der Rubrik Bezeichnung.
Schneeflockensymbol
Neuer Standard der Industrie zur einfachen Identifizierung von Reifen mit geprüften Wintereigenschaften. Mit der
offiziellen Stempelung, die nur in der Kombination mit der M+S Markierung erfolgt, soll eine deutliche
Abgrenzung zu M+S markierten Sommer- sowie Ganzjahresreifen erreicht werden.
Schneeketten
Auch Schneeketten brauchen im Sommer Pflege, sollen sie über Jahre hinweg ihren Dienst tun. Bevor man sie
im Frühjahr "einmottet", sollte man die Schneeketten gründlich waschen und vor dem Wegpacken gut trocknen
lassen. Manche Hersteller bieten von April bis September einen besonderen Service für Kunden an, bei dem
defekte Glieder ausgetauscht und die Ketten auf Wunsch neu verzinkt werden.
Unterschiede zu Sommerreifen
Winterreifen haben in der kalten Jahreszeit Vorteile gegenüber Sommerreifen:
- Die Gummimischung der Winterreifen verhärtet sich nicht und kann sich besser auf die schlechteren Witterungsverhältnisse einstellen.
- Der Grip Ihrer Reifen geht nicht verloren.
- Das Fahrzeug hat einen wesentlich kürzeren Bremsweg.
- Sie haben eine bessere Lenkpräzision.
Straßenverkehrsordnung
Das Unfallrisiko ist im Winter sechs mal so hoch als auf sommerlich warmen Straßen. In Deutschland gibt es
keine festgeschriebene Pflicht für Winterreifen. Aber laut StVO eine Verpflichtung zu angepasster
Fahrzeugausrüstung: "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung den Wetterverhältnissen anzupassen. Hierzu
gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwischanlage."
Das bedeutet konkret, dass am besten beraten ist, wer im Sommer Sommerreifen und im Winter Winterreifen
fährt. Ganzjahresreifen mit M+S-Kennung entsprechen nicht immer den Vorschriften des Gesetzgebers, hier ist
unbedingt der Rat des Reifenfachhändlers einzuholen.
Der Gesetzgeber hilft der Einsicht der Bürger hinsichtlich der richtigen Bereifung inzwischen mit entsprechenden
Bußgeldern nach. Die Polizei kennt kein Pardon mehr, wenn Autofahrer mit falscher Bereifung unterwegs sind.
Wer bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen fährt, muss mit einer Strafe von mindestens 20 Euro
rechnen. Diese kann bis auf 40 Euro angehoben werden, falls das Fahrzeug den Verkehr behindert.
Achtung: Bei einem Unfall gilt bereits seit Jahren: Wer mit Sommerreifen in einen Unfall verwickelt wird, trägt
grundsätzlich 20 Prozent Mitschuld. Zusätzlich können Punkte ins Flensburger Strafregister fällig werden.
Zeitpunkt des Wechsels bzw. der Montage
Bereits unter +7°C verkürzt sich der Bremsweg sowohl auf nasser als auch auf trockener Fahrbahn mit
Winterreifen um ein Vielfaches. Eine entsprechende Profilgestaltung sorgt neben der speziellen Gummimischung
für erhöhte Haftung bei niedrigeren Temperaturen. Das heißt, dass Winterreifen auch in Regionen, in denen
Schnee und Eis die Ausnahme sind, ein hohes Maß an lebensnotwendiger Sicherheit bieten. Testergebnisse
beweisen das.
Grob gesagt empfiehlt sich bei unseren klimatischen Wetterverhältnissen daher immer noch die O-O-Regel:
Winterreifen von Oktober bis Ostern.
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